Headshots: so zeigen Bewerbungsfotos Persönlichkeit

Headshots

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Ob unser Profil in Social Networks oder auf der Bewerbung, sie haben alle was gemeinsam: Man kommt nicht ohne Profilbild aus. Es ist sozusagen das Foto unserer digitalen Persönlichkeit. Reichen dafür die üblichen Selfies oder Passfotos? Theoretisch reichen Porträtfotos, aber mittlerweile gibt es bessere Alternative um etwa als Bewerbungsfoto oder als Profilbild für Social Media zu punkten: Headshots. Doch was sind Headshots eigentlich?

Was sind Headshots?

Anders als in Videospielen ist hier nicht der Kopfschuss gemeint, sondern ein Porträtfoto, bei dem man nur das Gesicht und ein Stück vom Oberkörper sieht. Ein Bild einer Person also, das auf das Wichtigste reduziert: den Charakter und die Persönlichkeit.

So authentisch und echt, wie es nur geht. Bei einem normalen Porträt lenken viele Faktoren vom eigentlichen Ziel ab, sei es die Kleidung, der Hintergrund, die Frisur, das Makeup. So viel wie möglich wird bei einem Porträt mit abgebildet. Im Gegensatz zum Headshot.

Als Fotograf kommt mir hier eine besondere Aufgabe hinzu: Ich fungiere als Regisseur und coache die Person solange, bis die Person absolut echt und ungekünstelt einen intensiven Blickkontakt. Kein „lach mal“ oder sonstige Versuche, gekünsteltes Lächeln hervorzubringen. Keine Pose, welche die Person unnatürlich erscheinen lässt. Nichts lenkt bei einem Headshot ab und die Person rückt in den Vordergrund.

Ursprünglich kommen Headshots, wie könnte es wohl anders sein, aus den USA, genauer gesagt aus der Filmindustrie. Anfangs wurden sie vor allem bei Schauspielern genutzt, um für ihre Sedcard verschiedene Mimiken festhalten zu können. Ohne Kontext, intensiver Blickkontakt, die Persönlichkeit hervorgehoben. Casting-Director treffen so erste Vorentscheidungen für das Besetzen einer Rolle.

Warum ist das alles für ein Bewerbungsfoto oder in Social Networks wichtig?

Wir Menschen sind unheimlich gut darin, Mimiken und Gesten zu interpretieren. Das dauert nur wenige Millisekunden, bis wir unbewusst das Gesicht eines Menschen gescannt haben und Rückschlüsse auf Charakter, Kompetenz und Absichten ziehen. Ein ganzes Areal im Gehirn ist genau dafür zuständig. So festigt sich bei Menschen der „ERSTE EINDRUCK“, egal wie zutreffend der schlussendlich dann ist.

Für manche mag das beängstigend wirken, es ist im Gegenteil eher eine Chance. Mit perfekt inszenierten Headshots oder Bewerbungsfoto kannst du einen Eindruck erzeugen, der auf der Zielgeraden dann wichtig ist. Und dir ein Vorstellungsgepräch einbringt.

Es geht nicht um das gute Aussehen!

Es gibt viele Menschen, die ungerne Fotos von sich machen lassen. Die einen finden sich entweder hässlich oder meinen, sie seien „nicht fotogen“ genug. Ein Irrtum, gerade in Bezug auf Headshots. Denn diese lassen sich nicht nur für Schauspieler oder Models anfertigen. Die Persönlichkeit steht nämlich im Vordergrund. Und wisst ihr was? Jeder, ja wirklich jeder Mensch hat eine einzigartige und spannende Persönlichkeit. So lassen sich also von jedem Menschen ein solch „echtes“ Bild anfertigen. Oft mit dem Resultat, das sich die meisten Menschen auf Headshots, gut getroffen fühlen.

Die Aufgabe des Fotografen ist es hier nicht nur das, richtige Licht zu wählen oder den Auslöser im geeigneten Moment zu betätigen, er soll auch die Menschen vor der Kamera coachen und korrigieren im Bedarfsfall. Oft sind es die kleinen Details, die ein Bild verbessern. Deswegen fotografiere im Studio grundsätzlich mit Hilfe des Laptops und kann zwischendurch immer die Ergebnisse zeigen und korrigieren beziehungsweise mit dem Kunden eine Vorauswahl zu treffen.

Warum wird der Kopf bei einem Headshot angeschnitten?

Tatsächlich werde ich darüber oft gefragt, warum ich die Köpfe anschneide. Im Gegensatz zu den meisten Bewerbungsfoto, die man sonst sieht. Hier ist das Zauberwort „Gestaltungsregel“, nach dieser wurden schon Gemälde von Da Vinci usw. angefertigt. Dinge im Bild, die über Drittellinien oder Schnittpunkte liegen, werden als besonders wichtig wahrgenommen und rücken in den Vordergrund. Bei den Porträts sind das die Augen. Sie vermitteln Selbstbewusstsein, Stärke, Kompetenz. Und der Mund: dieser vermittelt Offenheit und Zugänglichkeit einer Person. Idealerweise liegen beide Merkmale – Augen und/oder Mund – auf einer dieser Drittellinien.  Mit der Folge das die Köpfe dann angeschnitten sind.

Besonders sieht man das auch in Hollywood-Filmen, bei Nahaufnahmen werden die Hauptdarsteller genauso angeschnitten wie bei Headshots. Eben aus denselben Grund. Hinter den Bildschnitt steckt also nicht einfach ein moderner Trend, sondern jahrelange Erfahrung und Psychologie.

Headshots – Ideal für das Personal Branding

Da Headshots keinen Kontext haben, eignen sie sich auch für zahlreiche andere Zwecke außerhalb von Bewerbungsfoto oder Mitarbeiterfotos. Etwa auf Sozialen Netzwerken, wie Facebook, Instagram, LinkedIn oder Xing. Immer dann, wenn fremde Menschen entscheiden wollen oder müssen, ob Sie mit dir etwas zu tun haben wollen. Und ob es sich lohnt, dich kennenlernen zu wollen.Immer dann, wenn du beim ersten Eindruck punkten willst, ist der Headshots perfekt geeignet.

Checkliste für den perfekten Headshot

  • Ausreichend Schlaf vor dem Headshot-Shooting.
  • Den Tag stressarm gestalten
  • Trinke an den Tagen vorher viel Wasser, das macht die Haut glatter
  • Benutze Feuchtigkeitscreme
  • Plane – im Idealfall – 1-2 Stunden ein. Deine Headshots-Session soll Spass machen und mit entspannter Atmosphäre ablaufen
  • Nimm verschiedene Kleidungsstücke mit (je nach Beruf – Sakko / Blazer, verschiedene Hemden/Blusen, verschiedene Krawatten, usw)
  • Halte die Kleidung dezent: keine grellen Farben, keine auffälligen Muster.
  • Wirf vor dem Shooting noch einen Blick in den Spiegel, ob etwa die Frisur sitzt oder beim MakeUp nachbessert werden soll
  • Ganz nach Steve Jobs – Sei die einfachste Version von dir selbst

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